Fragen und Antworten

Frage:

Warum dürfen Verluste, die bei der Veräußerung von Aktien entstehen, die ab dem Jahr 2009 gekauft werden, nur mit Gewinnen, die aus Aktienverkäufen anfallen, verrechnet werden und nicht mit Zins- oder Dividendeneinkünften?


Antwort der Postbank von Daniel P.

Sinn und Zweck der Einschränkung der Verlustverrechnung ist die Verhinderung von erheblichen Haushaltsrisiken.
Die Erfahrung der Vergangenheit hat gezeigt, dass Kursstürze an den Aktienmärkten zu einem erheblichen Verlustpotential bei den Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften mit Aktien führen. Denn viele Steuerpflichtige veräußerten während des Börsencrashs 2000-2002 ihre Aktien unter Verlust, so dass allein aus Veräußerungsgeschäften, die innerhalb der - bisher geltenden einkommensteuerrechtlichen - Jahresfrist vorgenommen wurden, nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bis Ende 2002 Verluste in Höhe von bundesweit 11,2 Mrd. Euro festgestellt wurden. Für das gesamte Steueraufkommen hatten diese gravierenden Verluste keine relevante Bedeutung, da Verluste aus privaten Veräußerungsgeschäften lediglich mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften, also z.B. nicht mit Zins- oder Dividendeneinkünften, verrechnet werden konnten.

Würde man zukünftig jedoch eine Verrechnung von Veräußerungsverlusten aus Aktien mit anderen Erträgen aus Kapitaleinkünften, insbesondere Zinsen und Dividenden, zulassen, bestünde die Gefahr, dass bei vergleichbaren Kursstürzen wie in der Vergangenheit innerhalb kürzester Zeit Steuermindereinnahmen in Milliardenhöhe entstehen.

Dem Gesetzgeber muss daher zugestanden werden, die entsprechende abstrakte Gefahr qualifizierter Haushaltsrisiken bei seiner Gesetzgebung und seiner Zukunftsprognose zu berücksichtigen. Anderenfalls könnte der demokratisch verantwortliche Gesetzgeber seiner künftigen Haushaltsverantwortung nicht mehr gerecht werden. 

(Stand: 11.12.2017 )

Ähnliche Fragen

Was passiert mit Altverlusten aus privaten Veräußerungsgewinnen mit Wertpapieren? Kann der Steuerpflichtige diese weiterhin geltend machen?

Antwort der Postbank von Daniel P.

Ja. Altverluste aus privaten Veräußerungsgeschäften, d.h. Verluste, die nach dem bisher geltenden Steuerregime entstanden sind, kann der Steuerpflichtige für eine Übergangszeit bis zum Jahr 2013...

Mehr

Werden Aktienverluste mit z.B. Gewinnen von Aktien und Sparzinsen oder Dividenden am Jahresende von der Postbank verrechnet und wenn ja wie?

Antwort der Postbank von Edith R.

Die steuerliche Verrechenbarkeit hängt vom Erwerbsdatum der Aktien ab, da es hier 2009 Änderungen gab. Beim Kauf der Aktien vor 2009 ist eine steuerliche Verrechnung nicht mehr möglich, da nach...

Mehr

Besteht durch den Wegfall der Veräußerungsfrist eine Gefahr der Verlagerung von Wertpapierdepots ins Ausland?

Antwort der Postbank von Daniel P.

Nein. Die Freiräume bei den steuerfreien Veräußerungsgewinnen gehören der Vergangenheit an. Sie waren für die unübersichtliche Entwicklung hin zu immer neuen und immer komplizierteren...

Mehr

Die Abgeltungsteuer mit der Besteuerung von Veräußerungsvorgängen unabhängig von der Haltedauer der Produkte gilt ja grundsätzlich für...

Antwort der Postbank von Daniel P.

Zutreffend ist, dass die Anwendungsregelung bei Zertifikaten nicht völlig synchron mit derjenigen bei anderen Kapitalanlageformen ist. So können Zertifikate ab dem 1. Juli 2009 nur steuerfrei...

Mehr

Was bedeutet es, wenn ein Fonds "thesauriert"?

Antwort der Postbank von Daniel P.

Wenn ein Fonds "thesauriert" bedeutet das, dass alle Erträge des Fonds (Zinsen, Dividenden, Mieterträge oder Veräußerungsgewinne) am Ende des Geschäftsjahres im Fondsvermögen verbleiben und nicht...

Mehr

Gewinnspiel: Weihnachtliche Schatzsuche
Entdecken Sie den neuen Kundenservice und finden Sie die versteckten Weihnachtsmänner.